Das Programm des European Competition Day
Das Programm des ECD in Tschechien 2009 war sehr umfangreich. Zu Beginn stand natürlich die Eröffnung des European Competition Day, samt Anmeldung, sowie die Begrüßung durch den Vorsitzenden der tschechischen Wettbewerbsbehörde. Weitere Ehrengäste eröffneten den ECD mit einer entsprechenden Rede.
Pro Tag wurde in drei einzelne Panels unterschieden. Das erste Panel behandelte dabei die Private Durchsetzung des Wettbewerbsrechts. In vielen europäischen Ländern ist bisher kein ausreichender, rechtlicher Rahmen gegeben, um das Wettbewerbsrecht privat durchzusetzen. Entschädigungen für die erlittenen Schäden fehlen, vor Gericht haben private Kläger kaum eine Chance, selbst wenn ein entsprechender rechtlicher Rahmen gegeben ist. Dieser Missstand wurde im ersten Panel des European Competition Day näher beleuchtet und sollte Anstoß für eine rege Diskussion aller Teilnehmer geben.
Im zweiten Panel dann ging es um die Dominanz, also die marktbeherrschende Stellung einzelner Unternehmen. Dabei geht es vorrangig um den Missbrauch der eigenen Stellung im Markt, die je nach Art und Weise unterschiedlich schwere Grade hervorbringt. Dafür stehen verschiedene Standards in den unterschiedlichen Ländern zur Verfügung, die auf dem ECD zur Diskussion stehen.
Im dritten Panel des ersten Tages beim ECD geht es um die Schnittstellen zwischen der direkten Abrechnung und strafrechtlichen Sanktionen bei Kartellbildung. Ein modernes Mittel ist dabei das Kronzeugen-Programm, bei dem die Personen geschützt werden, die die Kartelle zur Anzeige bringen. Eine rege Diskussion rund um diese Modelle der strafrechtlichen Verfolgung von Kartellen und die Zahlung von Bußgeldern, sowie die Androhung von Haft entstand.
Der zweite Tag des ECD
Auch am zweiten Tag begann der ECD mit verschiedenen Eröffnungsreden. Im vierten Panel dann ging es um die Zusammenarbeit der Wettbewerbsbehörden der europäischen Länder. Insbesondere die effizientere Aufteilung der Arbeiten, sowie die gezielte Zusammenarbeit und Durchsetzung des europäischen Rechts standen dabei zur Debatte.
Im Panel Fünf ging es um die aktuell anhaltende Weltwirtschaftskrise und ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb. Die kurzfristig beschlossenen Hilfen für Unternehmen in Not standen auf dem Prüfstand, weiterhin wurde diskutiert, wie man weiter verfahren soll, hält die Krise an. Insbesondere die Grundsätze der Wettbewerbspolitik sollten durch eine rege Diskussion und Vorschläge zu Gegenmaßnahmen gesichert werden.
Zwischen den Diskussionen in den einzelnen Panels beim ECD standen natürlich Kaffeepausen, Mittagessen und abendliche Veranstaltungen samt Dinner für alle Teilnehmer. Die Diskussionen wurden vielfach in den Pausen fortgesetzt, denn einmal angefangen, über ein Thema zu diskutieren, welches von den Vortragenden in einer völlig neuen und interessanten Sichtweise dargestellt wurde, konnten viele der Teilnehmer gar nicht mehr damit aufhören.