In Indien ist Gold eine der werthaltigsten Anlagen überhaupt. Insbesondere bei Hochzeiten wird vermehrt Schmuck aus Gold benötigt. Denn damit statten die Brauteltern ihre Tochter aus. Der Schmuck dient sozusagen als Mitgift für die Tochter, wenngleich die klassische Mitgift mittlerweile in Indien verboten ist. Da diese Tradition aber schon seit Jahrhunderten besteht, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass damit gebrochen wird. Heute gilt Indien als einer der größten Importeure von Gold. Nicht zuletzt ist der Goldpreis in den vergangenen Wochen und Monaten aufgrund der immensen Nachfrage in Indien so stark angestiegen.
Für die Schmuckbranche ist diese Entwicklung natürlich als sehr positiv zu werten. Denn hier entstehen zahlreiche neue Arbeitsplätze durch die immense Nachfrage nach den verschiedenen Schmuckstücken. Allerdings zeigt sich im Rahmen der internationalen Wettbewerber deutlich, dass westliche Schmuck-Hersteller den Nerv des indischen Kundenkreises nicht recht zu treffen vermögen.
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Verarbeitung von Gold erfolgt in Indien
Die Verarbeitung des Goldes zu Schmuck erfolgt nämlich noch sehr häufig in Indien. Dort werden die verschiedenen Schmuckstücke so gefertigt, dass sie vorwiegend den Geschmack der einheimischen treffen. Sehr filigrane Musterungen und Verzierungen sind dort nämlich erwünscht. Die Inder geben ihrer Tochter zur Hochzeit eine ganze Ladung von Schmuck aus Gold mit auf den Weg. Und je großzügiger sich die Brauteltern zeigen, desto besser wird ihre Tochter beim Bräutigam und dessen Eltern aufgenommen.
Doch auch nachdem die junge Braut verheiratet ist, bleibt die Nachfrage nach Schmuck groß. So kommt die Braut ein Jahr nach der Hochzeit noch einmal für eine Woche zu ihren Eltern. Erst danach bleibt sie für immer bei ihrem Mann und dessen Eltern. Bei der Rückkehr bringt die Braut noch einmal eine ganze Menge an Schmuck aus Gold mit. Somit handelt es sich dabei um einen sehr alten Brauch der Hindu, den diese trotz steigender Goldpreise nicht aufgeben werden. Auch der Schmuck, der in westlichen Ländern angefertigt wird, kann sich bereits bei einigen Indern durchsetzen und steht dort für die Mitgift der Tochter ein.
Schmuck und seine Entwicklung in anderen Ländern
Während Schmuck aus Gold eine ganz besondere Bedeutung für die Inder hat und deshalb den Wettbewerb kräftig ankurbelt, sieht es in anderen Ländern etwas anders aus. Hier muss die Schmuck-Industrie sich schon einiges einfallen lassen. Denn die Ansprüche steigen, wobei die Kunden zunehmend weniger Geld für den Schmuck ausgeben wollen. In westlichen Ländern erfreut sich Schmuck aus Silber oder Weißgold einer steigenden Beliebtheit, wohingegen das Gelbgold hier eher weniger von Bedeutung ist. Aber auch bei diesen Schmuckstücken kommt es auf ein einzigartiges und ausgefallenes Design an, das die Kunden sich wünschen.
Zudem muss die Verarbeitungsqualität entsprechend hoch sein, wenn die Industrie mit ihrem Schmuck gute Margen erzielen will. Hierbei setzen sich immer neue Fertigungsverfahren, Oberflächenveredelungen und -beschichtungen durch. Sie können den Schmuck auf eine stets neue Art und Weise präsentieren.
Foto: ©dido-ob / Pixelio